Testberichte

Zwilling Twin Pollux im Vergleich

Zwilling Twin Pollux im testAls anspruchsvolles Messer für Einsteiger kann das Zwilling Twin Pollux Santokumesser bezeichnet werden. Wir möchten mit unserem Test uns von den Eigenschaften dieses Messers überzeugen. Immerhin ist der deutsche Hersteller Zwilling J. A. Henckels AG mit Sitz in der Messerschmiede Solingen weit über die Grenzen hinaus bekannt. Aber können die Solinger auch ein Santokumesser produzieren?

Verpackung und Lieferumfang

Eine tolle Geschenkverpackung haben wir beim Twin Pollux Santokumesser vergeblich gesucht. Stattdessen wird das Messer in einer einfachen Kartonverpackung mit durchsichtiger Plastikabdeckung geliefert. Immerhin wird hierdurch sofort ein Blick auf das Messer freigegeben. Dieses liegt zusätzlich noch in einer samtenen Kunststoffaussparung. Auf den ersten Blick macht das Twin Pollux zunächst einen recht soliden Eindruck.

Verarbeitung & Design

Nach Abheben der Kunststoffabdeckung konnten wir endlich unser Santokumesser in Händen halten. Die Klinge hat eine Länge von 145 mm und endet in einen ergonomisch geformten Kunststoffgriff, der aus zwei genieteten Hälften besteht. Von einem lackierten Edelholzgriff also keine Spur. Dafür darf das Messer aber in die Spülmaschine.

Die Klinge des Kochmessers ist kräftig und breit. Sie besitzt eine glatte Wate und ist leicht abgerundet, so dass auch Wippbewegungen beim Schneiden von Gemüse möglich sind. Da die breite Klinge nach unten gezogen ist, bleibt unter dem Griff ausreichend Platz für die Finger. Wie bei Santukomessern üblich, ist die Oberseite stumpf. Insgesamt hat uns das Zwilling Twin Pollux mit seinem geschwungenen Design gut gefallen.

Funktionalität

Die Besonderheiten des Zwilling Twin Pollux

Als typisches Santokumesser ist auch das Zwilling Twin Pollux die richtige Lösung für
• Fisch,
• Fleisch und
• Gemüse.
Der ergonomische Griff besteht aus zwei kantigen Griffschalen, die über Aluminiumnieten mit dem Messerkern zusammengehalten werden. Auch als Links- und Rechtshänder kommen wir bequem damit zurecht. Wegen des fehlenden Holzgriffs sieht das Messer auf den ersten Blick jedoch nicht typisch japanisch aus.

Einsatzbereich des Messer

Das Zwilling Twin Pollux Santokumesser haben wir für die unterschiedlichsten Hack- und Schneidearbeiten in der Küche eingesetzt. Wir können es durchaus als Universalmesser verwenden. Ob als Hobbykoch oder als Profi, mit dem Twin Pollux sind wir immer gut gerüstet. Für ein Abendmenü konnten wir Selleriestränge ebenso gut zerkleinern, wie eine Zwiebel hauchdünn in Scheiben schneiden. Hier kommt uns die gute Schärfe zugute.

Handhabung und Komfort

Anfänger müssen erst einmal mit einem gewichtigen Santokumesser ein wenig üben. Dank des ergonomischen und leicht geschwungenen Griffs sind wir der Ansicht, dass es sehr gut in der Hand liegt. Auch das Gewicht des 159 g schweren Messers ist sehr gut ausbalanciert. Dennoch gefallen uns die runden Edelholzgriffe ein wenig besser. Nach längerer Arbeit merkt man schon ein wenig die eckigen Kanten der beiden Griffhälften.

Wie zuvor dargelegt, können Links- und Rechtshänder das Messer nutzen. Die starke Schneide ist am Griffanfang tief nach unten gezogen und bietet somit unseren Fingern bei der Arbeit ausreichend Platz.

Schärfe des Messers

Jetzt kommen wir zum entscheidenden Punkt. Wie sieht es mit der Schärfe dieses Solinger Produkts aus?

Die Klinge

Das Zwilling Twin Pollux Santokumesser verfügt über eine 145 mm lange und breite Klinge. Bekanntermaßen verfügen die Santokumesser von Zwilling über eine polierte Wate mit einem sogenannten Razor-Edge-Abzug der für eine hohe Schärfe sorgt. Das Fertigungsverfahren wird bei Zwilling auch als Sonderschmelze bezeichnet. Die Klinge besteht aus einem einzigen Guss.

Hierbei handelt es sich um eine ausgewogene Balance der Werkstoffe Chrom und Kohlenstoff. Zusätzlich wurde das Twin Pollux einer speziellen Eishärtung unterzogen. Diese wird Friodur bezeichnet und sorgt für höchste Korrosionsbeständigkeit und Flexibilität. Leider werden bei diesem Fertigungsverfahren keine Damaszener-Stahl-Lagen verarbeitet, so dass wir auf die schöne Ätzmaserung verzichten müssen.

Die Schnitthaltigkeit

Die Schnitthaltigkeit kann als ausreichend bezeichnet werden. Die ersten Schneideversuche machen richtig Spaß. Ob Wurst, Fleisch oder Fisch, alles wird ohne Faserriss geschnitten. Auch härteres Obst und Gemüse spielen für das Messer kein Problem.

Leider hält die Freude nicht so lange an, wie bei einigen anderen getesteten Santokumesser. Einen Zwilling Wetzstein haben wir uns daher sicherheitshalber gleich mitbestellt. Im Gegensatz zu den Damaszener-Stahl-Klingen wird der Wetzstein trocken betrieben. Durch richtiges Nachschärfen erreicht unser Twin Pollux wieder seine ursprüngliche Schärfe.

Reinigung und Pflege

Santokumesser sind zwar sehr scharfe und zuverlässige Messer, jedoch meist sehr schwierig zu reinigen. Hier kann das Twin Pollux voll seine Stärken ausspielen. Es lässt sich, wie jedes andere Küchenmesser auch, problemlos in der Spülmaschine reinigen. Wir selbst empfehlen jedoch, um die Schnitthaltigkeit und Qualität zu erhalten, auf diese Reinigungsweise zu verzichten.

Wir haben es lediglich in lauwarmem Wasser abgespült und sorgfältig getrocknet. Der Hersteller weist aber darauf hin, dass es spülmaschinenfest ist. Aufbewahrt haben wir unser Messer in einem Messerblock, den wir optional bestellt haben. Die kleine Pappschachtel mit dem Kunststoffdeckel ist für den täglichen Gebrauch doch zu unpraktisch.

Kleine Tipp´s

1. Der Tomatentest muss wieder herhalten:
Wer die Schärfe des Zwilling Twin Pollux Santokumesser testen möchte, sollte auf den bewährten Tomatenschneidetest zurückgreifen. Hierbei wird die Schneide einfach auf eine Tomate gesetzt und das Messer, ohne weitere Druckausübung nach hinten gezogen. Durch das Eigengewicht sollte hierbei ein sehr sauberer Schnitt erfolgen. Das Twin Pollux hat bei uns diesen Test bestanden.

2. Schleifen des Messers:
Von Zwilling werden für Kochmesser spezielle Wetzsteine angeboten. Es gehört schon ein wenig Übung dazu, hierüber das Twin Pollux nachzuschärfen. Bitte nicht zu schnell und zu lange an den trockenen Wetzsteinen schleifen, da sich hierdurch die Schneide erhitzen kann.

3. Wippbewegung:
Wenn es um das Schneiden und Zerkleinern von Gemüse geht, kommen wir um die Wippbewegung des Messers nicht herum. Schön ist, dass die Schneide unten ausreichend gebogen ist und daher diese Bewegung auch von Anfängern leicht auszuführen ist.

Vorteile des Twin Pollux:

+ im Anfang sehr scharf,
+ gut ausbalanciert,
+ stabile Messerschneide,
+ spülmaschinenfest,
+ attraktives Preis-Leistungsverhältnis.

Nachteile:

– kein Echtholzgriff
– muss häufiger nachgeschliffen werden.

Fazit:

Auf den ersten Blick sieht das Zwilling Twin Pollux nicht nach einem japansichen Santokumesser aus. Dennoch gefällt uns die attraktive Optik mit dem geschwungenen Griff. Dieser besteht aus zwei genieteten Kunststoffhälften, wobei uns hier ein Edelholzgriff besser gefallen hätte. Die eisgehärtete Stahlklinge ist aus einem Stück gefertigt und weist eine gute Schärfe auf, auch wenn wir das Messer nach täglichem Gebrauch öfter nachschärfen müssen. Alles in allem hat nicht nur uns, sondern auch viele zufriedene Kunden, die Qualität dieses Santokumessers gefallen. Es macht sich in jeder Hobby- und Profiküche gut.

Die Handhabung ist erst etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch zeichnet sich das Messer durch eine gute Ausgewogenheit aus. Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse, wir haben alles damit problemlos schneiden können. Das Messer bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und kostet momentan knapp 43 Euro. Nach unserem Test können wir immerhin noch die Note 5 vergeben.

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